Die Verarbeitung von Flachs zu Garnen und Stoffen im Gifhorner Umland
Die Verarbeitung von Flachs zu Garnen und Stoffen im Gifhorner Umland
Bürgerstiftung Kavalierhaus
Vortrag von Dr. Ingo Eichfeld
Kleider machen Leute – und umgekehrt!
Archäologie der Kleidung im Landkreis Gifhorn
Menschen tragen Kleidung zum Schutz vor Kälte, Regen, Wind oder übermäßiger Sonneneinstrahlung. Zugleich waren Kleider immer auch Mittel zum sozialen Ausdruck, zur Darstellung von Identitäten oder zum Schutz vor Schamgefühlen. Wann genau Menschen mit dem Tragen von Kleidung begonnen haben, ist nicht ganz geklärt. Da Kleidung fast immer aus vergänglichen Materialien hergestellt wurde, ist sie archäologisch nur selten nachzuweisen. Spätestens mit der Jungsteinzeit, die in unserer Gegend im 5. Jahrtausend v. Chr. beginnt, ist jedoch mit der Herstellung von Stoffen in größerem Umfang zu rechnen. Um Wolle zu produzieren, wurden Schafe gehalten. Flachs wurde angepflanzt, um Leinen zu gewinnen. Schweine, Rinder und auch Wildtiere deckten den Bedarf an Leder und Fell. Archäologische Funde und Befunde belegen dabei eine immer raffiniertere und effizientere Produktion von Kleidung in größerem Umfang. Der Vortrag stellt die Erhaltungsmöglichkeiten für archäologische Textil-, Fell- und Lederfunde dar. Zugleich werden das mit der Herstellung von Kleidung verbundene Handwerk und seine Organisation anhand archäologischer Funde aus dem Landkreis Gifhorn und dem Braunschweiger Land näher beleuchtet.

Abb. 1: In Flachsrotten wurde der Flachs für die Leinenherstellung vorbereitet. Bei der Ausgrabung einer Flachsrotte bei Radenbeck fanden sich noch ganze Flachsbündel (Grafik / Fotos: I. Eichfeld, Kreis- und Stadtarchäologie Gifhorn).

